Methodengezwitscher mit Tobias Lienhard: Die Busfahrt
Shownotes
In dieser Folge von Mindvolution nehmen wir dich mit auf die "Busfahrt" – eine von Tobias Lienhardt entwickelte Methode, die Teams dazu ermutigt, ehrlich über Vertrauen, Ängste und Zusammenarbeit zu sprechen. Wir sprechen darüber, wie kleine Veränderungen in klassischen Skalenaufstellungen große Wirkung entfalten können und warum Mut zur Offenheit der Schlüssel für erfolgreiche Teamarbeit ist.
Gemeinsam tauchen Anna-Lena Janz und Tobias in die praktische Umsetzung ein, zeigen, wie die Methode im analogen und digitalen Raum funktioniert und greifen auf, welche systemischen Werte dabei im Mittelpunkt stehen. Lass dich inspirieren, wie du selbst festgefahrene Gruppendynamiken aufbrechen und echte Gespräche ermöglichen kannst.
"Die Busfahrt" ist eine der 37 Methoden, die in unserem Buch "37 Systemische Methoden für Beratung, Coaching, Therapie" ausführlich beschrieben wird.
Viel Freude beim Zuhören und Ausprobieren!
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37 Methoden für Beratung, Coaching und Therapie (Buch)
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Wunder.me (ehemals)
Transkript anzeigen
00:00:11: Moin moin und herzlich willkommen bei Mindvolution, dem Podcast des systemischen Netzwerks, einem Zusammenschluss systemischer Fachkräfte.
00:00:19: Wir tragen mit Mindvolution dazu bei, dass psychische Gesundheit besprechbar und es selbstverständlich wird, Unterstützung in schwierigen Lebenslagen hinzuziehen.
00:00:28: Du erfährst in unserem Podcast, dass es neben den klassischen Psychotherapie-Verfahren auch weitere Hilfsangebote gibt, die kurzfristig zur Verfügung stehen und zu dem, welche Unterschiede es unter diesen insbesondere auch auf dem Coachingmarkt gibt.
00:00:42: Unsere Gäste innen lassen hinter die Kulissen ihrer beruflichen Praxis blicken und zeigen dir auf, wie Gesprächsprozesse ablaufen und wie wirkungsvoll systemische Prozessbegleitung sein kann.
00:00:52: In Mindvolution erfährst du wie vielfältig systemische Beratung, systemisches Coaching, systemische Therapie und Organisationsentwicklung ist.
00:01:00: Wessen Stimme spricht ihr zu dir?
00:01:02: Mein Name ist Sandra Brauer.
00:01:03: Ich bin die Gründerin des systemischen Netzwerks und Gastgeberinnen unseres Podcasts.
00:01:07: Viel Freude beim Zuhören.
00:01:10: Hallihallo und... Ganz herzlich willkommen zu unserem neuen Podcast-Format, dem Methodengezwitscher.
00:01:17: Schön, dass ihr da seid.
00:01:19: Ich bin Anna und viele von euch dürften mich durchaus schon von unserem Methodentraining kennen, welches ja alle drei Monate bei uns stattfindet und wo wir uns immer um systemische oder vor allem tolle systemische Methoden austauschen und diese auch erfahren.
00:01:34: Und das hat uns jetzt so langsam sicher dazu gebracht, dass wir ein Podcast-Format starten wollen.
00:01:39: Und deswegen werden wir jetzt auch in Zukunft immer mal wieder neue Kolleginnen, Kollegen oder auch allgemein Menschen zu uns in diesem Podcast zu Besuch einladen, die dann von ihren liebsten systemischen Methoden berichten.
00:01:53: Und heute haben wir einen ganz besonderen Gast zum Start.
00:01:58: Das ist der liebe Tobias.
00:02:01: Schön, dass du da bist.
00:02:02: Wir freuen uns mehr von dir zu erfahren.
00:02:05: Ja, hallo Anna, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer.
00:02:08: Hi, eine besondere Ehre, bei der ersten Folge dabei zu sein.
00:02:11: Freut mich sehr.
00:02:12: Hi.
00:02:13: Sehr cool, wir freuen uns auch, dass du da bist und dass du ja gleich auch deine liebste Methode mitgebracht hast, die ja auch bei uns im Buch erschienen ist von den siebenundreißig Methoden für Beratung, Coaching und Therapie beim Jungfernwand Verlag.
00:02:29: Und vielleicht magst du uns ja mal kurz berichten, dass du dich ja mal kurz vorstellen kannst.
00:02:33: Also wer bist du und wie bist du zu dem gekommen, was du heute beruflich
00:02:37: machst?
00:02:38: Ja, sehr gerne.
00:02:40: Wie bin ich dazu gekommen?
00:02:43: Ich bin früher mal im anderen Leben Unternehmensberater gewesen und bin zu großen Firmen, Businesskunden und wir haben dort Prozesse optimiert.
00:02:52: Und wenn du das machst, dann bist du am Anfang sehr fachlich technisch unterwegs.
00:02:58: Und wer in großen Unternehmen schon mal gearbeitet hat, weiß, auch da arbeiten Menschen.
00:03:03: Und auch diese Menschen haben das Bedürfnis gesehen, gehört zu werden.
00:03:06: Und wenn große Veränderungsprojekte laufen, wie die, die ich früher betreuen durfte, dann sind da Ängste im Raum, dann sind da Bedürfnisse, die gestillt werden wollen.
00:03:15: Und so habe ich relativ bald, ich würde mal sagen, nach den ersten eineinhalb, zwei Jahren den Twist hingelegt, nicht mehr mit den Menschen zu befassen, mit denen ich da zu tun habe.
00:03:26: hinter die Fassade zu gucken.
00:03:27: Unter dem Kontext brauchte ich, also wirklich brauchte ich, ich war mir darauf angewiesen, herangehensweisen, um ja, ich mal Türen aufzumachen bei den Leuten, mit denen ich zusammengearbeitet habe und mir nicht immer nur eine Clutchart zu holen.
00:03:40: So.
00:03:42: Und in dem Kontext haben wir uns ganz oft fortbilden lassen, also ich und meine Kollegen damals.
00:03:48: Ja, und in dem Kontext bin ich auch zu einem kleinen Methodenschatz gekommen und einer dieser Methodenschätze hat es tatsächlich in Sandras Buch Dein eventes Methodenbuch geschafft.
00:03:57: Das war das erste Mal, wo ich jetzt auch als Co-Autor irgendwas einliefern durfte, konnte, yes!
00:04:04: So kam der ganze Zusammenkommen hier jetzt dieses Treffen und auch, dass ich bei euch als erster Gast im Podcast sein darf.
00:04:12: Ja, that's the background.
00:04:15: Soll ich direkt mal was zur Methode als solche sagen?
00:04:20: Ich wollte dich auch direkt bitten, zu sagen, bevor wir jetzt hier alle auf die Folter spannen, welche tolle Methode hast du uns denn jetzt mitgewalt?
00:04:28: Ja, genau.
00:04:29: Also, hintergedanke war bei meinen Projekten verfolgender.
00:04:32: Ich hatte eben Menschen dort zusammen, Führungskräfte zum Beispiel, die über eine Sache diskutiert haben.
00:04:38: Und damit man da wirklich ernsthaft diskutiert, geht es darum, dass man sehr vertrauensvoll und ehrlich mit ihnen umgeht.
00:04:43: Wie mache ich das?
00:04:46: Ich habe zu dem Zeitpunkt mit Ton gekannt, das waren so klassische Skalenaufstellungen, kennt ihr bestimmt auch alle.
00:04:52: Und ich brauche dabei einen Twist, damit der echt das Vertrauen entsteht.
00:04:56: Und dann habe ich die Busfahrt entwickelt.
00:04:59: Das ist einfach eine Fortentwicklung von einer klassischen Skalenaufstellung.
00:05:02: Und da gibt es einen kleinen Twist, nämlich, dass die Menschen auf eine Linie hintereinander Aufstellung nehmen.
00:05:09: Alle gleiche Blickrichtungen zu einem Ende dieser Linie.
00:05:12: Und in der Regel haben sie dann mich angeguckt, der ich am Ende dieser Linie stand.
00:05:16: Und die stehen da breitbeinig auf dieser Bodenlinie drauf und gucken zu mir.
00:05:21: Und dann kommt eine coole kleine Ergänzung, die machen die Augen zu.
00:05:25: Und jetzt stehe ich vorne, die Menschen sind aufgereiht und dann stelle ich geschlossene Fragen.
00:05:31: Ja, und dann heißt zum Beispiel... Du hast das Gefühl, ihr seid ein gutes Team.
00:05:35: Wenn dem so ist, dann macht bitte mit geschlossenen Augen jetzt einen Schritt nach rechts.
00:05:39: Wenn du denkst, das ist nicht so, dann geh ein Schritt nach links.
00:05:42: Und dann öffnen die Menschen ihre Augen wieder, gucken sich um und voila, ein Gespräch geht in Gang.
00:05:49: Ganz magisch.
00:05:50: So, das ist ganz grob schon mal in wenigen Worten zusammengefasst, um was es eigentlich geht.
00:05:54: Die Pussfahrt.
00:05:56: Richtig, richtig cool und vor allem unglaublich effektiv, weil wir ja nicht nur wir arbeiten oder vom Kopf verarbeiten, sondern ja wirklich auch durch den Körper arbeiten und da wirklich auch ins Testen kommen.
00:06:07: Wie cool, danke.
00:06:08: Das heißt, es ist deine eigene Methode, die du weiterentwickelt hast?
00:06:11: Genau, ja.
00:06:13: Also wie gesagt, früher so klassische Aufstellungsspiele, also Skalenspieler, ja, aber dann das mit dem... Augen schließen und hintereinander aufstellen.
00:06:20: Das kam tatsächlich aus einem Bedürfnis raus.
00:06:22: Da ging es damals darum, dass so ein Team, also eine Unternehmensvision gehabt ist, aber die war es ja mutig.
00:06:29: Und die Frage war, gehen da alle mit?
00:06:31: Die Frage der Führungskraft an mich als Konsultant, also Moderator und Coach, da an der Seite war, wie kriegen wir raus, wer wirklich wie weit mitgeht?
00:06:40: Wie mutig sind die?
00:06:40: Oder wollen die doch an alten Konventionen festhalten?
00:06:43: Und dann haben wir eben eine Fragenkaskade entwickelt von relativ oberflächlichen Fragen bis hin zu sehr tiefgehenden, auch persönlichen Bezügen, bist du mit bereit, diese große Veränderung zu tragen in Unternehmen.
00:06:55: Und dann haben wir halt einen Format gebraucht, um das ehrlich zu beantworten und vielleicht auch Vorbehalte zu erkennen oder wo Leute reserviert sind.
00:07:05: Und das war quasi die Frage, wie weit gehen die mit?
00:07:07: Also wann steigt fair aus diesem Bus des Vertrauens aus?
00:07:10: oder ist diesem Bus der Veränderung?
00:07:13: Und so kommen wir auch später in die Namensgebung für die Methode.
00:07:16: Das hat super funktioniert, aber das kann ich schon mal vorweg schicken.
00:07:20: Ja.
00:07:21: Das kann ich mir gut und gerne vorstellen.
00:07:24: Vielleicht magst du uns einmal so um und bei nochmal... wirklich so ein bisschen strukturiert erklärt im Sinne von hey was was ist das für ein Setting was wir da verbrauchen?
00:07:33: was braucht man für Material welches Ziel steht hinter der Methode und irgendwas für Begleitprozessen?
00:07:41: kann das Ganze dann auch Anwendung finden.
00:07:43: Vielleicht magst du uns da mal ein bisschen was nochmal zu erzählen.
00:07:47: Ja gerne, dann gehe ich aber in dieses technische Setup rein, also wie baust du diese diese Methode auf?
00:07:54: Also grundsätzlich ist der ganze Twist dabei, dass wir, wie du schon gesagt hast, körperlich mal Aufstellung nehmen.
00:07:59: Also du brauchst eine Linie am Boden, da nehme ich meistens irgendeinen Kreppband, Malerkrepper oder sowas oder Waschithape und kleb da ja meistens in so fünf, sechs, sieben Meter irgendwo im Raum ein Diagonal rein, wo ich die Menschen nachher bitten kann, sich aufzustellen.
00:08:13: So, das ist das Wichtigste.
00:08:14: Mehr Equipment brauchst du in der Regel auch gar nicht.
00:08:17: Was ich immer noch vorbereite, sind Moderationskarten, wo ich auf jeder Karte eine Frage drauf habe, was will ich mit den Menschen besprechen.
00:08:25: Und diese Fragen, wie eben auch schon angedeutelt, diskutiere ich mir immer auch zuvorhin.
00:08:29: Also ich mach überlegt mir, was das so eine Eingesticksfrage, wo relativ leicht zu beantworten ist.
00:08:34: Und dann wird die Intensität der Fragen oder auch die Bezug zur eigentlichen Persönlichkeit sukzessive erhöht.
00:08:40: Und ich habe die auf Metaplankarten, weil ich mir auch gerne während ich dann die Fragen stelle und die Reaktion Detailnehmer sehe, da nochmal umswitschen kann, dass ich die neue Sortier oder Fragen rausnehme, weil ich merke, ah, das ist vielleicht zu krass oder nee, das ist zu langweilig.
00:08:53: Ich muss direkt mehr Speed reinbringen in die Intensität.
00:08:57: Genau.
00:08:58: Unnutze ich das.
00:09:01: Ich habe es tatsächlich jetzt über die Jahre am allermeisten benutzt, wenn es darum ging, dass Teams in sich, also miteinander im Team, Schwierigkeiten haben, in Bezug auf Vertrauen oder Ehrlichkeit oder sowas.
00:09:14: Oder auch, wenn Führungskräfte mich gebeten haben, ja, ich mussten mehr Zugang zu meinem Team bekommen.
00:09:20: Die vertrauen mir nicht so recht oder das Team guckt mich seltsam an, ja, die irgendwie Scheinsspannung zu geben.
00:09:26: Und dann konnte ich mit der Methode ganz oft das Eis, ja, ich sag mal, vorsichtig aufbrechen, weil wir es geschafft haben, zu Themen vorzudringen, die man sonst vielleicht nicht so intensiv diskutiert oder besprochen hätte.
00:09:38: wenn du überhaupt ans Tageslicht gekommen werden.
00:09:41: Da gibt es doch schon einen ersten Twist, den ich all jenen unserer Zuhörerinnen und Zuhörer weitergeben möchte, wenn ihr mit Führungskräften arbeitet.
00:09:49: Dann ist es eine ganz coole Übung, die Führungskraft bei so einer Aufstellung zum Beispiel ganz nach vorne, also zu mir als Moderation zu stellen, wird quasi direkt gegenüber und alle Mitarbeiter dahinter aufgereiht.
00:10:00: Fuchsig!
00:10:00: Warum?
00:10:01: Ja, jetzt pass auf.
00:10:02: Warum?
00:10:03: Da hat sich quasi die Führungskreift alle Mitarbeiter hinter sich stehen.
00:10:07: Und nachdem es eine Aufstellung passiert ist, die mit geschlossenen Augen sich nach rechts oder links orientiert, zum Beispiel in der Frage, also von mir gerade einer meiner letzten Einsätze, das Bezüglich, hast du das Gefühl, deine Führungskraft kontrolliert dich zu sehr, du bist so ein Klassiker.
00:10:22: Das ist ja schon mal eine Frage, die so ein bisschen auf die persönliche Ebene, diese Beziehungsebene eingreift.
00:10:27: Und dann stellen sich alle auf und jetzt dürfen die die Augen öffnen und jetzt gehst du durch eine Person nach der anderen und lässt dir abnicken.
00:10:35: Und zwar abnicken auf die Frage, ist es okay, dass deine Führungskraft sich jetzt umdreht und schaut, wo ihr steht?
00:10:42: Und das Spannende ist, jetzt könnt ja der eine oder andere eine Person wieder schon genügen, den Kopf schütteln und sagen, nee, ich glaube, ich trau mich nicht, dass meine Führungskraft mich das sieht jetzt mit meiner Antwort.
00:10:52: Und dann geh ich zurück und dann nach vorne und sage eben auch der Führungskraft, du darfst dich jetzt umblicken.
00:10:57: Schau dir an, wo dein Team sich aufgestellt hat.
00:10:59: oder auch nicht.
00:11:00: Und selbst wenn dieser schwierige Fall jetzt eintreten würde, das Team nicht mutig genug ist, das Team weiß es, die werden anfangen miteinander zu diskutieren im Nachgang, meinetwegen.
00:11:12: Oder auch für die Führungskraft hast du jetzt direkt einen Ansatzpunkt zu sagen, Mensch, was war da los?
00:11:16: Wir haben Vertrauensprobleme, so wie es ausschaut, oder wir haben da oder da ein Thema, mit dem ich nochmal im Gespräch gehen muss.
00:11:24: Total spannend.
00:11:25: Ich schliefe es ziemlich.
00:11:28: Das klingt auf jeden Fall sehr augenöffnend.
00:11:31: Das heißt, um das jetzt richtig zu verstehen, wenn jetzt da eine Person bei ist aus dem Team, die jetzt sagt, nee, ich will nicht, dass die Person die Führungskraft weiß, dann darf sich die Führungskraft allgemein gar nicht umdrinnen.
00:11:41: oder würdest du die Personen raus bitten und dann sagen, jetzt okay, siehst du fast gewolltes.
00:11:48: Nee, rausnehmen funktioniert nicht, weil auch das würde die Führungskraft mitbekommen.
00:11:53: Und dann erkennen, ah, hier, da Peter, der hat wohl der falsche Antwort geliefert oder eine kritische Antwort.
00:11:59: Nee, dann darf es sich gar nicht umdrehen.
00:12:01: Also, so ist die Regel.
00:12:03: Jetzt kommt es schön an, ich musste das noch nie so durchführen.
00:12:06: Ich habe immer alle, ja, ich habe mal Mut bewiesen und gesagt, ja, lass uns drüber reden.
00:12:11: Das ist jetzt das Format oder das Setup, wo wir was machen können.
00:12:15: Und das, was bei mir jetzt immer super funktioniert.
00:12:18: Übrigens.
00:12:19: Wenn man so ein String anguckt, also wie baue ich so einen ganzen Tages- oder halbtages Workshop auf, dann ist die Busfahrt ganz oft am Anfang bei mir, weil durch die Kaskadierung dieser Fragen, am Anfang Oberflächliche, gegen Ende werden die sehr intensiv.
00:12:33: Da gelingt es in kürzester Zeit, also so eine Fragerunde geht in der Regel vielleicht viertel Stunde, zwanzig Minuten, da gelingt es in kürzester Zeit, das heiß aufzubrechen und eine Ebene zu erreichen, wo die Menschen merken, oh wow.
00:12:47: Es geht heute um was, ein wichtiges Gespräch.
00:12:50: Ja, richtig, richtig spannend.
00:12:52: Eine sehr, sehr effektive Methode vor allem auch, gerade weil du ja so auch dann am Arbeiten wirst und wenn du jetzt auch mit der Führungskraft in Kombination klingt das wirklich so, als ob das ganz, ganz viel reißen kann, dann halt auch in dem Team-Mode unterwegs bist.
00:13:08: Ja, ich finde es ist auch so leicht so zu adjustieren auf die Situation, was du jetzt gerade brauchst.
00:13:13: Also zum Beispiel kann man das auch sehr... ... easy fahren und einfach nur als Warm-up oder als Check-in-Übung ... ... für so ein Workshop gestalten.
00:13:22: Z.B.
00:13:22: wenn die Menschen in die Aufstellung gehen ... ... und sich auf diese Linie positionieren, ... ... dann kannst du natürlich ein paar Twists noch einbauen ... ... und sagen, ähm ... ... sortiert euch mal gerade ... ... nach Körpergröße, nach Dienstjahren, nach ... ... keine Ahnung was.
00:13:34: Ja, und das ist schon immer witzig, ... ... weil dann das Diskussion im Team losgeht, ... ... es ist sofort ein Austausch da.
00:13:40: Und das macht es ja einfach.
00:13:42: Und dann, was ich vorhin sagte, ich weiß nicht, ob es euch aufgefallen ist, so beiläufig, die Leute beziehen ihre Aufstellung, öffnen dann die Augen.
00:13:48: Und das natürlich jeder um Neugierig guckt sich um.
00:13:52: Und dann brauchst du als Moderation kaum noch was zu tun, weil die Gespräche von alleine anfangen.
00:13:56: Wir haben alle so dieses Bedürfnis, unsere Entscheidung zu rechtfertigen, ins Gespräch zu kommen.
00:14:02: Insbesondere dann sehr spannend, wenn zum Beispiel zur Fifty-Fifty.
00:14:06: Auswahlen entstehen, also sind wir ein gutes Tief, fünfzig Prozent sagt ja, fünfzig Prozent sagt nein, was ist da los?
00:14:13: Oder auch wenn Personen einzeln auf einer Seite stehen, auch dann gibt es natürlich sofort Erklärungsbedürfnisse und dann geht dieses Gespräch los und das finde ich sehr elegant, das sich als Moderation nicht immer Druck ausüben muss, was haltet ihr davon?
00:14:26: Das findest du jetzt daran schwierig oder gut oder sonst die?
00:14:30: Nee, das mache ich von ganz alleine.
00:14:32: Super, danke.
00:14:34: Was meinst du denn, welche systemischen Werte werden durch die Methode zum Ausdruck gebracht?
00:14:39: Das ist eine gute Frage.
00:14:41: Also ich glaube, die Werte, die ich damit in meiner Vergangenheit ganz gezielt angesprochen habe, ist ein, den ich gerade schon erwähnt habe, also mutig zu sein im Sinne von, ich bin jetzt ehrlich, ich verstecke mich nicht mehr hinter einer Maske gerade in meiner Rolle und in meinem Job, sondern ich leg mal die Dinger auf den Tisch, die wirklich wichtig sind, mal zu besprechen.
00:15:02: Und ich glaube, wenn ich so reflektiere, das war der häufigste Anwendungsfall, wo ich es benutzt habe, darauf einzugehen.
00:15:10: Und unter welchem Wert man das jetzt kategorisiert, darf sich hier selbst überlegen.
00:15:14: Aber das war für mich der wichtigste Aspekt.
00:15:19: Übrigens ja auch der Ursprung, wo es herkam, wie ich den Methode aus der Taufe gehoben habe.
00:15:24: Und vermutlich auch immer noch so ein bisschen anders, je nach Setting, was du dann hast, in was für einem Umfeld du dich gerade bewegst.
00:15:30: Da wird es ja wahrscheinlich dann sich auch immer noch so individuell anpassen dürfen oder lassen.
00:15:34: Ja natürlich,
00:15:35: ja klar.
00:15:38: Richtig, ruhig.
00:15:38: Also super gut zu variieren.
00:15:40: Ihr könnt das auch, wenn es um Wertearbeit geht, beliebig nachsteuern.
00:15:45: Das ist ja das Schöne bei diesen Methoden.
00:15:47: Man hat die erstmal für irgendwas in die Welt gebracht und dann werden die ja adaptiert für was man sie braucht.
00:15:52: Super, super spannend.
00:15:54: Das ist ja theoretisch praktisch eine Methode, die so, wie du sie fährst, auf jeden Fall offline gut nutzbar ist.
00:16:01: Gibt es dann auch eine Möglichkeit, diese Methode auch im Digitalen umzusetzen?
00:16:05: Falls ja, wie würde man das bestmöglich gestalten?
00:16:09: Ja, ja klar.
00:16:11: Vor allem vor Gespräch anhalten, zu unterhalten.
00:16:13: Ich habe mich selbstständig gemacht.
00:16:15: zu Zeiten des Lockdowns oder der Lockdown in der Corona-Pandemie, da ging alles nur online.
00:16:21: Und es war auch so ein Moment, wo ich gedacht hatte, oh mein Gott, all das, was ich mir über die Jahre antrainiert habe, geht jetzt nicht mehr, weil digital ist so auch bei der Methode.
00:16:30: Nee, das geht natürlich online.
00:16:31: Also ich habe dann immer in der Regel gearbeitet mit irgendwelchen virtuellen Whiteboards, also dass wir dort auf Miro, Moral, Visa alle heißen, die Leute mit ihren Name-Tags auf so eine Liene gesetzt haben und ich es dann gebeten habe.
00:16:44: sich einzusortieren.
00:16:45: Da gibt es ein paar Schwierigkeiten dabei, weil jetzt dieses Anonyme, das Anonyme, was du hast, wenn du die Augen geschlossen hast, das funktioniert dann natürlich nicht ganz so gut, löstbar war es, ich habe dann immer gesagt, so ein Countdown runtergezählt, drei, zwei, eins, jetzt verschiebt es bitte, dann kannst du das gut einarbeiten.
00:17:04: Aber dennoch ist es natürlich nicht das Gleiche.
00:17:07: Ich hatte einmal, das war schon ein Weile her, ich weiß gar nicht mehr, wie das Toolies doch wandern da.
00:17:13: Wunder.me glaube ich.
00:17:15: Es gibt es inzwischen nicht mehr.
00:17:17: Auf jeden Fall eine Plattform, da bist du als virtueller Avatar unterwegs.
00:17:21: Da kann man nochmal ganz anders damit arbeiten.
00:17:23: Ich habe aber gemerkt, der Mehrwert für Online-Sessions mit diesen Avatarn hält sich in Grenzen.
00:17:30: Aber es geht online auf jeden Fall.
00:17:33: Da fällt mir übrigens gerade noch ein anderer Twist ein.
00:17:37: Und zwar ursprünglich war es ja nur ausgelegt bei geschlossenen Fragen, also ja oder nein.
00:17:42: Und ich hatte jetzt interessanterweise letztes Jahr gleich zwei Kundeneinsätze, wo ich das Ding als Scala in Sicht noch mal benutzt habe.
00:17:50: Bist du für dieses Projekt zum Beispiel, dann geb ihr da auf die rechte Seite und je mehr Schritte du in diese Richtung machst, umso mehr brauchst du dieses Projekt und findest es toll und auch so auf die andere Seite, sodass man diese Schrittweite quasi nutzt als persönliche Scala jeweils.
00:18:05: Das ist auch noch eine kleine Motivation.
00:18:07: Modulation.
00:18:08: Auch eine sehr coole Ergänzung dazu.
00:18:10: Nicht nur die eine Richtung zu nehmen, sondern auch noch mal links, das irgendwie noch mal oder noch mal weiter auszuweiten.
00:18:16: Ja, genau.
00:18:17: Sehr, sehr spannend.
00:18:18: Danke dir.
00:18:20: Na gerne.
00:18:21: Gibt es denn jetzt an der Stelle noch etwas, was du hier gerne noch erwähnen möchtest, was vielleicht noch keinen Wort gefunden hat?
00:18:29: Also in Bezug auf die Methode, aber auch ganz allgemein, wenn wir mit Gruppen und Menschen arbeiten, was ja auch die Methode wirklich unterstützt ist, sich ehrlich zu machen.
00:18:40: Also diese Fassade abzulegen und mal die eigenen Gefühlswelten oder was auch immer dahinter legt, Ängste, Sorgen offen zu legen.
00:18:49: dass das etwas Wertvolles ist, wo die Teilnehmenden bei mir, als wenn ich die Methode genutzt habe, so dankbar sind, dass wir endlich mal über sowas reden können und ein Setup bauen, wo das funktioniert.
00:19:00: Natürlich müssen wir da als Facilitator oder als Begleitperson immer noch das Surrounding bauen, also das Obenfeld, dass das eine geschützte Zone ist, in dem wir uns auch wirklich unterhalten können oder das was passiert.
00:19:11: Und dennoch braucht es den Mut, es durchzuführen, die Antworten zu geben.
00:19:16: Und da will ich euch alle ermuntern, tut es.
00:19:19: Die Menschen sind in der Regel sehr dankbar dafür.
00:19:22: Und ja, ich glaube, was wir tun, ist wertvoll für alle, die mit uns arbeiten.
00:19:27: Auf jeden Fall.
00:19:28: Gerade auch den Mut zu nehmen.
00:19:31: Gerade bei so Fragen, die man vielleicht gar nicht so unbedingt ansprechen mag oder möchte, den dann diesen Mut zu haben und wirklich diesen Schritt dann ja auch zu gehen.
00:19:39: Das glaube ich wirklich sehr, sehr wertvoll, das, was du gerade nochmal mit uns geteilt hast.
00:19:43: Danke.
00:19:44: Wie können denn jetzt die anderen sich gut mit dir oder am besten mit dir vernetzen oder sich auch austauschen, falls vielleicht noch die eine oder andere Frage offen ist?
00:19:54: Social Media, auf jeden Fall.
00:19:56: Wobei ich da inzwischen seit nur noch einen Kanal aktiv bediene und mich austobe.
00:20:01: Linkt in, da findet ihr mich auf jeden Fall.
00:20:03: Tobias Lienhardt, einfach meinen Klarnamen nutzen, da bin ich auch sehr aktiv, teile da immer wieder Methodetrips, auch hier die Busfahrt, da schon mehrmals über die Jahre erwähnt.
00:20:15: Und ich glaube, meine Kontaktdaten sind sicherlich auch zu finden in unserem systemischen Metronenbuch.
00:20:22: Das auf jeden Fall, weil genau wo du super Ball geworfen den ich immer noch mal aufgreifen möchte, das große oder der große Gedanke natürlich, wenn ihr da wirklich noch weitere Infos zu haben wollt, zur der Methode, dann bestellt euch wirklich gerne unser Buch für die siebenundrassig Methoden für Berater und Coaching und Therapie.
00:20:40: Da könnt ihr das auf jeden Fall nochmal nachlesen, was Tobias heute so schön auch schon erklärt hat mit ganz vielen Konkreten.
00:20:46: Anwendungs-Tipps von systemischen Methoden.
00:20:49: oder schaut auch gerne bei uns auf der Website mal vorbei.
00:20:52: Da finden wir auch eine Methodensammlung.
00:20:55: Da gibt es ganz, ganz viel, wo ihr auch nochmal reinschauen könnt und bewertet auch gerne den Podcast oder lasst ein Abo da, weil nur so schaffen wir es am Ende auch, dass wir das systemische Arbeiten sichtbarer machen können.
00:21:06: Und das ist ja mal unser ganz, ganz großes Ziel.
00:21:09: Und von dem her bin ich ganz, ganz glücklich und ganz, ganz heavy, dich heute bei uns zu Gast zu haben, mehr über dich kennenlernen dürfen, über deine Methode kennenlernen dürfen und kann einfach nur so wirklich sagen, herzlichen Dank, dass du bei uns im Podcast zu Gast gewesen bist.
00:21:27: Anna, ich darf das gerne zurückgeben.
00:21:29: Auch von mir ein herzliches Dankeschön.
00:21:31: Wir haben eine große Freude und dann die Zuhörerinnen und Zuhörer.
00:21:34: Viel Spaß beim Ausprobieren und
00:21:36: Anwenden.
00:21:37: Auf jeden Fall einen schönen Tag für euch.
00:21:40: Tschüssi!
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